4 Tage Berlin auf Einladung unseres Abgeordneten Patrick Meinhardt

Das Bundespresseamt (BPA) bietet den Abgeordneten des Bundestages die Möglichkeit jedes Jahr zwei Gruppen mit jeweils bis zu 50 Teilnehmern einzuladen, um einmal hinter die Kulissen des politischen Berlins zu schauen.

Das Angebot von Patrick Meinhardt zu einem solchen Besuch nahmen wir natürlich gerne an, denn wann erhält man die Gelegenheit Ministerien und Abgeordnete hautnah zu erleben und Vorurteile bestätigt oder widerlegt zu bekommen.

Die An- und Abfahrt war mit einem durchgehenden ICE organisiert worden. Leider bestätigten sich dann auch gleich ein paar Vorurteile bzgl. der Deutschen Bahn, weder war die Abfahrt pünktlich, noch war es die Rückkehr in Karlsruhe. Diverse Umleitungen wegen gesperrter Strecke, unplanmäßiger Halt wegen technischer Defekte und andere Gründe addierten sich bei der Rückfahrt auf mehr als eine Stunde Verspätung. Ärgerlich zumindest für diejenigen, die noch auf Anschlusszüge am späten Samstagabend angewiesen waren. Jedoch zurück zum Ziel unserer Reise.

In Berlin angekommen wurde die Gruppe von einer charmanten Mitarbeiterin des Bundespresseamtes empfangen, die uns auch die nächsten Tage durch alle organisierten Programmpunkte begleitete und uns viel Hintergrundwissen vermitteln konnte. Als erster Programmpunkt stand der Besuch bei unserem Einladenden, dem MdB Patrick Meinhardt, in seinem Büro im Fraktionsflügel der FDP im Bundestag an. Er und seine Mitarbeiter begrüßten uns herzlich, stellten die spezifischen Aufgabengebiete vor und zeigten uns ihre Arbeitsumgebung mit insgesamt 4 Büroräumen in der Standardgröße von jeweils 18m (da ging's ganz schön eng zu!). Das anschließende Abendessen im Hotel beendete dann den ersten Besuchstag und wir konnten uns mit dem bergebenen Programm-Material auf unsere weiteren Tage in Berlin einstimmen.
Erholung darf man sich von solch einem Berlin Trip allerdings nicht erhoffen, am nächsten Tag saßen wir bereits um 7:30 wieder im Bus, um nach zeitaufwändigem Sicherheitscheck einer Plenarsitzung des Bundestages beizuwohnen. Leider ist die Aufenthaltsdauer auf 50 Min. beschränkt, gerne hätten wir die interessante Debatte weiter verfolgt, welche nach der Vorstellung  des Jahreswirtschaftsberichtes durch Philipp Rösler begann. Als nächster Punkt stand eine Diskussion mit Patrick Meinhardt und fünf weiteren FDP-Abgeordneten an, die sich trotz der laufenden Plenarsitzung Zeit für uns und unsere Fragen nahmen.

Der anschließende Rundgang durch die Glaskuppel über dem Reichstag war sicher ein weiterer Höhepunkt der Reise. Leider war aufgrund des schlechten Wetters die Fernsicht etwas dürftig, dafür war die "Nahsicht" in den darunter liegenden Plenarsaal mit den dort tagenden Parlamentariern umso besser. Über insgesamt 360 konusförmig aufgehängte Spiegel wird der Plenarsaal mit diffusem Tageslicht versorgt und gleichzeitig entsorgt dieses Lichtelement in der Mitte der Kuppel die Abluft aus dem Plenarsaal. Auch wird hier oben deutlich, wie das gesamte Regierungsviertel ein architektonisches Ensemble darstellt, welches sich durch die Architektur und Ausrichtung der einzelnen Parlamentsgebäude bildet. Was fr ein Unterschied zu der Zeit, als noch Krane das bestimmende Element der größten Baustelle Europas waren und keiner sich in dem Chaos die heutige Klarheit der ausgewählten Architekturentwürfe vorstellen konnte. Der für den Nachmittag geplante Besuch des Bundeskanzleramtes musste leider auf den Abend verschoben werden, da ein kurzfristig anberaumter Staatsbesuch die Flexibilität und das Organisationstalent unserer BPA-Betreuerin forderte. Aber auch wir waren froh, als wir dann nach fast 14 Stunden wieder unser Hotel erreichten.
Es würde sicher den Rahmen sprengen, ausführlich die einzelnen Punkte des Besuchsprogramms hier wiederzugeben, daher nur eine kleine chronologische Auflistung der weiteren Highlights: Eine an politischen Punkten orientierte Stadtrundfahrt, Besuch der Landesvertretung Baden-Württemberg (ein architektonisch ansprechendes Gebäude zwischen den Botschaftsgebäuden Indiens und Österreichs), Führung und Informationsgespräch in der Forschungs-und Gedenkstätte Normannenstraße (der ehemaligen Stasi-Zentrale), sowie Besuch und Führung im Tränenpalast durch die im letzten September dort eröffnete ständige Ausstellung "Grenz Erfahrungen. Alltag der deutschen Teilung".

Insgesamt waren es vier sehr interessante und aufschlussreiche, aber im Hinblick auf die beiden letzten Programmpunkte auch sehr nachdenklich stimmende Tage. Auf jeden Fall kann man für die Organisation und Durchführung dieser Reise dem Bundespresseamt und seinen Mitarbeitern nur Lob aussprechen. Zugleich geht mein Dank natürlich auch an Patrick Meinhardt, verbunden mit dem Wunsch, dass er noch viele Einladungen zu solchen Berlin-Reisen aussprechen kann. Und ich kann nur jedem, dem eine solche Reise angeboten wird, empfehlen diese Gelegenheit auch wahrzunehmen.

Maria Lange, 1. Vorsitzende FDP Ortsgruppe Linkenheim-Hochstetten 

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